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Zitate Käthe Kollwitz:
„Eine reine Atelierkunst ist unfruchtbar und hinfällig, denn was nicht lebendige Wurzeln fasst, warum soll das sein.“
„Ich will wirken in dieser Zeit, in der die Menschen so ratlos und hilfsbedürftig sind.“
„Jetzt weiter! Jetzt Arbeiten wie das Anti-Kriegsplakat für den Internationalen Gewerkschaftsbund, jetzt wenn möglich lauter solche Arbeiten, die eine Wirkung in sich schließen.“
„Ich will eine Zeichnung machen, die einen Menschen zeigt, der das Leid der Welt sieht. Kann das nicht nur Jesus sein?- Auch auf der Zeichnung, wo der Tod die Kinder packt, sitzt hinten eine Frau, die das Leid der Welt sieht. Es sind nicht ihre Kinder, die der Tod packt, sie ist viel älter. Sie sieht auch nicht zu, sie rührt kein Glied, aber sie weiß um das Leid der Welt.“
Ausgewählte Zitate zum Werk von Käthe Kollwitz:
Fritz Schmalenbach: „Die Kunst der Kollwitz ist ganz und gar unsentimental. Sie wirkt nicht auf die Tränendrüsen, sondern tut genau das, was sie will: sie greift unmittelbar ans Herz.“
George Grosz: „Eine milde gute Frau, hat aber eigentlich nur ein >erfundenes< Armeleute-Edelballett hinterlassen.“
Horst Janssen: „...und die Bilder dieses Elends erschütterten sie echt und bedrängten sie, und sie glaubte nicht nur anklagen zu müssen, sie wollte es auch sofort – gleich – jetzt und schnell und laut vernehmlich tun, und da vertauschte sie die Radiernadel mit dem breiten Kohlestift und der weichen lithografischen Kreide, und aus war`s mit der Kunst. Nur noch Käthe Kruse-Puppen mit ausgedrückten Augen, die um Brot betteln...“
Zeitgenossen von Käthe Kollwitz über die Kunst:





„Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“
Paul Klee (1897-1940) in „Schöpferische Konfession“ 1920
„Das Kunstwerk muss im Geist vollständig konzipiert und gestaltet sein, bevor es aufgeführt wird. Es darf nichts von den formalen Gegebenheiten der Natur, der Sinne und der Gefühle enthalten. Wir wollen Lyrismus, Dramatik, Symbolik usf. ausschalten. Das Bild muss ausschließlich aus plastischen Elementen konstruiert werden, d.h. aus Flächen und Farben. Ein Bildelement hat keine andere Bedeutung als sich selbst.“
Theo van Doesburg (1883-1931) im MANIFEST Konkrete Kunst 1930
„..ich bin glücklich, dass das Gesicht meines Quadrates mit keinem einzigen Meister und keiner Zeit zur Deckung gebracht werden kann. Stimmt's? Ich gehorchte den Vätern nicht und bin ihnen nicht ähnlich. Und ich bin eine Stufe...Meine Philosophie lautet: Vernichtung der Städte und Dörfer alle 50 Jahre, Vertreibung der Natur aus der Kunst, Vernichtung von Liebe und Aufrichtigkeit in der Kunst, um nichts in der Welt aber Abtötung des lebendigen Quells im Menschen...Und nie werden Sie auf meinem Quadrat das Lächeln der holden Psyche erblicken. Und nie wird mein Quadrat Matratze für die Liebesnacht sein.” Kasimir Malewitsch (1878-1935) in einem Brief an Benois der heute als frühes Dokument für die suprematistische Philosophie gilt
„Der Maler hat lediglich die Funktion, zu malen. Er hat nicht nach der Wirkung zu fragen. Die gadankliche Absicht darf nicht vorausgehen, nur das rein künstlerische Wollen; Absicht degradiert, wo sie auftaucht und sie würde der Vielschichtigkeit eines Werkes Abbruch tun.”
Erich Heckel (1883-1970) in „Verwirklichung nicht Wirkung” aus Werner Dürrson 1966, Begegnung mit Heckel
„Solange die Kunst vom Gegenstand nicht loskommt, bleibt sie Beschreibung, Literatur, erniedrigt sie sich in der Verwendung mangelhafter Ausdrucksmittel, verdammt sie sich zur Sklaverei der Imitation.”
Robert Delauny (1885-1941) in „Über das Licht” übersetzt von Paul Klee
„Das surrealistische Objekt sollte absolut unnütz sein, sowohl vom praktischen wie vom rationalen Standpunkt aus. Es würde mit dem Maximum an Greifbarkeit die spirituellen Phantasien von delirierendem Charakter materialisieren. Das Vorhandensein und der Umlauf solcher Objekte wetteiferten mit dem nützlichen und praktischen Objekt mit einer Heftigkeit, dass man glaubte, an einem Kampf wütender Hähne teilzunehmen, bei denen das normale Objekt meistens gerupft herauskam.”
Salvador Dali (1904-1989) aus „The Secret Life of Salvador Dali”
„Der surrealistische Gegenstand ist unbrauchbar, er dient einzig dazu, den Menschen in Bewegung zu setzen, ihn zu schwächen, zu verdummen. Der surrealistische Gegenstand ist einzig und allein ehrenhalber gemacht, er existiert lediglich um die Ehre des Denkens willen.”
Salvador Dali (1904-1989) in „Chahiers d'art”, Jg.11, 1936,
Nr.1-2, S53-57
„ ...Unser Geist schafft sich selbst enge, straffe Gesetze, die ihm die Wiedergabe der unendlichen Natur möglich machen. Je strenger die Gesetze sind, desto mehr werden sie die „Mittel“ der Natur, die mit Kunst nichts zu thun haben, beiseite lassen...
Der Verfall jeder Kunst begann mit dem Aufgeben der strengen Gesetze, mit der „Naturalisierung“ der Kunst. Ich schreibe, wie wenn ich die ehernen Gesetze, von denen ich träume, schon kennte! Aber ich suche mit der ganzen Sehnsucht meiner Seele und mit all meinen Kräften nach ihnen, und eine leichte Ahnung davon steckt schon in meinen Bildern.”
Franz Marc An Maria Franck (20.2.1911)